Mittwoch, 10. Oktober 2007
Heute stand ich wieder genau an dem gleichen Platz, unterirdisch, in einer U-Bahn-Station, an dem ich damals vor über vier Jahren stand als ich ganz alleine in diese Stadt kam und auf Wohnungssuche war. Ich konnte mich perfekt erinnern und meine damaligen Gefühle abrufen. Aufbruch und die Freude auf Neues, gepaart mit der Gewissheit, dass das Zurückgelassene abgeschlossen und vorbei ist, was mich auch ein wenig traurig sein ließ. Doch das erstere Gefühl überwog an der Stelle, an der ich heute wieder stand, es gab viel zu sehen und zu entdecken. All die vielen Menschen, die es zu beobachten gab - natürlich auch heute noch gibt. Ich fühlte mich frei und unabhängig, ich konnte machen was ich wollte. Später an dem damaligen Abend machte mich genau diese Gewissheit wiederum melancholisch. Und ich stellte mir die Frage: Was lässt mich so mutterseelenalleine in diese Stadt ziehen, in der ich keine Menschenseele kenne? Warum gehe ich nicht dorthin, wo all meine Freunde leben, die ich doch auch so brauche und gern habe?
Aber es musste sein, ich konnte nichts dagegen tun.

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Mittwoch, 10. Oktober 2007
Der Geruch in fremden Wohnungen. Da frag ich mich dann manchmal, ob meine Wohnung auch einen hat. Und falls ja, wie der dann wohl so ist. Man selbst riecht den ja überhaupt nicht.

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"Tiefe Flüsse rauschen nicht."

(Murakami Haruki in "Hard-boiled Wonderland")

Ja, sie gleiten in aller Stille an einem vorüber. Man hört sie nicht. Aber man spürt sie. Ob das im Leben genauso ist? Ist ein tief empfundenes Leben auch ruhiger nach Außen, während der wilde Fluss an einem vorbeirauscht und irgendwann in einem großen sein Ende findet?

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Sonntag, 7. Oktober 2007
Konstruierte Zufälle, ganz zufallsfrei inszeniert. Sehr schön anzusehen. Und spannend.

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Er: "Deine Augen sind verbunden, deine Nase ist verdeckt. Du hast nur deine Hände zum Fühlen. Jetzt stehen da zehn Männer vor dir und du darfst dir drei Stellen aussuchen, an denen du deinen Liebsten zu erkennen meinst. Welche drei Stellen würdest du da wählen, um mich zu erfühlen."
Sie schweigt.

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Jetzt beginnt sie, die nervige Zeit der Fernbeziehung.

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Samstag, 6. Oktober 2007
Ich freue mich, dass meine Eltern nicht mehr nur Eltern sind, sondern einfach auch Freunde, mit denen ich fast alles besprechen kann. Lange genug hat es gedauert, an diesen Punkt zu kommen. Weit musste ich mich von meinem Elternhaus entfernen, viele Dinge ausprobieren, auf die Schnauze fallen, selbst wieder aufstehen, provozieren und gegen ihre Vorstellungen leben. Der Kontakt brach niemals ab, Streitereien gab es einige. Doch der gegenseitige Respekt ging trotz unterschiedlicher Sichtweisen niemals verloren.

Heute ist mein Kontakt zu ihnen enger als während vieler Jahre meiner Jugend, obwohl ich immer noch rund 500 Kilometer von ihnen entfernt lebe. Aber es wäre heute nicht mehr schlimm und erdrückend, in ihrer Nähe zu leben. Vielmehr ärgert mich die Distanz des öfteren, ich würde gerne mehr von meinen Eltern mitbekommen. Es ist zwar nicht so, dass es keine Reibungsfläche mehr gibt und nach fünf Tagen Zusammenleben unter einem Dach ist es nicht immer schlecht, dass jeder wieder in seine Welt zurückkehrt, aber die Toleranz gegenüber der Lebensweise des anderen ist, sagen wir zu 80 Prozent, erreicht.

Der endgültige Knackpunkt liegt vielleicht drei Jahre zurück. Bereits zu Schulzeiten war ich Raucher. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das unter allen Umständen begonnen hätte, einige Zigaretten habe ich aber schon sehr genossen. Meine Eltern wussten relativ schnell darüber bescheid, gut fanden sie es natürlich nicht. Ich rauchte weiter, allerdings niemals vor ihnen. Dann eines Tages hörte ich von einem Tag auf den anderen auf. Für fünf volle Jahre. Begann dann aber in einem schwachen Moment wieder. Eine Zigarette auf einer Party und ich war wieder voll dabei. Für zwei Jahre. In dieser Zeit war ich mit meinen Eltern zum Essen aus und zum Abschluss rauchte ich eine. Es kamen keine Kommentare, ich fühlte mich nicht schlecht, alles war gut. Nach einer Woche hörte ich wieder von einem Tag auf den anderen auf. Seit zwei Jahren nun. Hat es mit diesem Ereignis zu tun?, frage ich mich hin und wieder. Es spielt letztendlich keine Rolle. Falls dem so wäre, dann wäre das vielleicht etwas kindisch. Aber egal. Ich liebe sie.

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Mittwoch, 3. Oktober 2007
Menschen, die nur mit gesenktem Kopf durch die Gegend laufen, müssen eine ganze Menge an Gedanken mit sich herumtragen. Sonst wäre der Kopf nicht so schwer.

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