Freitag, 1. Juni 2007
Wenn man im Alter jenseits der 30 einmal angekommen ist, scheint das Ende einer Beziehung existenziellere Erschütterungen mit sich zu bringen, als dies in den Jahren zuvor der Fall war. Auf jeden Fall für den zurückgelassenen Protagonisten. Dabei ist es egal, ob sich das Ende bereits lange angekündigt hat oder es überraschend kommt.

Die Beziehung ist in diesem Alter wahrscheinlich meist schon einige Jahre alt. Vielleicht gibt es Kinder, wobei ich diesen Umstand als eher unwahrscheinlich einschätze. Garantiert hat man aber damit angefangen, zusammen etwas aufzubauen, hat Pläne für die Zukunft geschmiedet, vielleicht gemeinsam eine Wohnung eingerichtet, zusammen den Jahresurlaub verbracht, sich abends vor dem Partner über die Kollegen ausgelassen und zuletzt vor dem Einschlafen, allerdings noch vor dem „Gute Nachtkuss“, nebeneinander in den Badezimmerspiegel geblickt, um sich das eigene Gebiss nach der abendlichen Reinigung anzusehen. Nebeneinander und zusammen. Und eigentlich hätte es nun so weitergehen können. Im Optimalfall bis ans Lebensende.

Ja eigentlich. Wenn da nicht einer der beiden die Krise bekommen hätte, vielleicht beim gemeinsamen Blick in diesen Spiegel, und denken würde: „Das kann doch nicht schon alles gewesen sein.“ Da muss doch noch etwas kommen in diesem Leben. Und wenn etwas anderes kommen soll, dann kann ich mir das mit diesem Partner nicht vorstellen. Da muss was Neues her, vielleicht auch erst einmal überhaupt nichts Festes. Die Erinnerungen an die Vergangenheit kommen hoch und man denkt sich zurück in die eigene Leichtigkeit, in eine Zeit, in der die Entscheidungen noch nicht solche Tragweiten nach sich zogen, in der nicht alles so ernst war und endgültig schien. Und man kann mit dieser Einschätzung sogar richtig liegen, dass ein Umschwung mit dem Partner an der Seite nicht klappen wird. Muss dies aber nicht. Auf jeden Fall fällt der Mensch diese Entscheidung wahrscheinlich in den meisten Fällen für sich alleine und lässt seinem jahrelangen Gegenüber nicht die Chance, sich zu der ganzen Gefühlsmisere zu äußern.

Denn man hätte bei diesem gemeinsamen Blick in den Spiegel auch einfach loslachen können, hätte Grimassen schneiden können und das Spiegelbild mit Zahnpastawasser bespucken können. Das hätte vielleicht erst einmal Unverständnis mit sich gebracht und den Blick „Sind ihm jetzt auch noch die restlichen Sicherungen durchgebrannt“, hätte aber auch der Beginn einer gemeinsamen Bestandsanalyse der Beziehung sein können. Ehrlich und ohne auf das Beleidigt sein des Gegenübers mal Rücksicht zu nehmen, klar heraussagen, was einen gerade stört und so dem Gegenüber die Möglichkeit zu geben, sich auch zu der Sache zu äußern, sich überhaupt erst einmal Gedanken darüber zu machen. Vielleicht wäre dabei herausgekommen, dass da ähnlich Probleme im Tief des Ichs liegen.

Doch dazu kommt es meist nicht. Die Entscheidung ist bereits gefallen. Man hat sie für sich alleine gefällt.

Für den Zurückgelassenen ist die Sache nun schwer. Er/Sie hätte den gemeinsamen Weg weitergehen wollen, hätte über die Probleme reden wollen und sich womöglich auf die Suche nach Kompromissen gemacht. Nun heißt es, sich in der Welt wieder alleine zu orientieren, alte Freunde wieder verstärkt zu kontaktieren, die allerdings selbst gerade in Beziehungen stecken und deren Zeit knapp geworden ist. Doch der Terminkalender muss gefüllt werden, die Ablenkung mit Kursen, Sportaktivitäten, Städtereisen an den Wochenenden organisiert werden. Am Besten sind natürlich diejenigen Zeit-tot-schlage-Aktionen, bei denen man potentielle neue Partner kennen lernen kann. Und dies möglichst schnell, denn die eigene Zeit ist ja schließlich knapp, man wird auch nicht jünger und die produktivste Zeit des Lebens alleine zu verbringen, während sich das Umfeld in gemütlichen Nestern einrichtet, ist auch nicht die beste Perspektive.

Allerdings wäre es auch so, dass mit einem sofortigen neuen Partner, das ganze Schlamassel wieder von Vorne beginnen kann. Dass da ein Ende bereits vorprogrammiert ist, ist in meinen Augen keine Frage. Zu viel Altlasten schleppt man mit in die neue Beziehung hinein, zu viele Erwartungen ebenso. Meiner Meinung nach sollte man erst einmal lernen, wieder mit sich selbst zurecht zu kommen, erst dann ist man wieder für Neues offen. Die Geduld dazu muss natürlich aufgebracht werden. Dass diese Phase nicht immer lustig ist, sogar hin und wieder eher das Gegenteil, ist auch klar. Gegen Spaß nebenbei ist allerdings nichts einzuwenden.

Für mich ist die Situation vergleichbar mit Trampen. So lange ich immer nur an der Straße stand, meinen Daumen raus steckte und hoffte, dass mich jemand mitnimmt, hielt kein Auto an. Doch sobald ich die Hoffnung aufgegeben hatte und anfing, selbst in Richtung Ziel zu laufen, hielt meist schon das erste Auto, um mich mitzunehmen. Man muss die Dinge nur selbst in die Hand nehmen.

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Donnerstag, 31. Mai 2007
Jetzt schlägt es 13
Was soll das? Deutschland ade.

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Man sollte niemanden unterschätzen.

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Gegenüber manchen/vielen Dingen ist man machtlos. Da würde man gerne helfen, aber spontan fällt einem, also mir, auch nichts mehr ein. Allerdings: Es geht dann noch. Man muss nur ruhig bleiben und darf nicht hipplig werden.

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Sich morgens um 8 Uhr auf eine Verkehrsinsel inmitten einer vierspurigen Autostraße zu setzen und sein Bier zu trinken, dabei den Kopf in die Sonne zu strecken, scheint für manche Menschen wirklich reizvoll zu sein. Der Mensch sah ganz zufrieden aus. Weshalb auch immer.

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Mittwoch, 30. Mai 2007
"Schwörst du bei deiner Mutter?"
"Ich schwöre, ohne überkreuzen, ohne alles."

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In der VIP-Lounge des Olympiastadions wurde heute während des U16-Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich Spargel gereicht. Danach roch es auf jeden Fall.

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Femtosekunden

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Jetzt wäre ich auch gerne für einen Moment eine der Schwalben, die im extremsten Tiefflug den Strand von Koserow entlang fliegen und die daran sichtlich Spaß zu haben scheinen. Mit ihren gespaltenen Schwänzen haben sie eine Technik an Bord, die wohl jeden Piloten eines Kampfjets neidisch werden lassen muss. Abstürze habe ich bei den Vöglen auf jeden Fall noch nie beobachtet. Obwohl Tiefflug bei Schwalben auch immer eines bedeutet: Regen. Erzählte mir jedenfalls mal eine ältere Dame.

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Dienstag, 29. Mai 2007
Interesse gleich Null.

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Beim Konzentrieren die Zunge zwischen die Zähne klemmen kann gefährlich sein. Vor allem beim Sport. Das hatte mir meine Mutter schon vor etwa dreißg Jahren immer gesagt.

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Ich möchte nicht wissen, was machen Verkehrsbetrieben an Geldern flöten geht, weil die Busfahrer z.B. nicht auf Scheine rausgeben können und die Fahrgäste deshalb umsonst mitfahren lassen müssen. Während sechs Stationen war das heute fünf Mal das Thema: "Haben Sie das nicht kleiner?" "Nein."

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Heute geht bei mir alles nur langsam voran. Und selbst wenn ich ganz böse zu mir sage, "jetzt setz dich endlich hin und schaffe dein Pensum", höre ich nicht auf mich.

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Scheiße, das tut mir leid. Die Fensterreinigung hat so stark gearbeitet, dass der Hausmeister den Hof nun mit Wasserschöpfen befreien muss. Der Kanal war anscheinend restlos überfordert.

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Sehr gut, meine Fenster werden gerade geputzt. Nur kracht die Reinigungsmaschine hin und wieder ganz doll.

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Als ich vor etlichen Jahren mal nach Köln zog, schwor ich mir, niemals deren Abschiedbegriff zu benutzen: Tschö. Ich fand den Begriff schlimm, plump und grob. Aus meinem Vorhaben aber wurde nichts. Bereits nach einigen Monaten war Tschö fest in meinen Wortschatz übergegangen. Und ist seitdem nicht mehr verschwunden, obwohl ich schon vor mehreren Jahren die Rheinmetropole verlassen habe. Und immer wenn ich die Leute verabschiede, rutscht mir das kölsche Tschö über die Lippen. Mir fällt das immer auf und ich muss innerlich darüber schmunzeln. Irgendwie sehr sympathisch.

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Montag, 28. Mai 2007
Mein Kopf führt mich fehl, ich weiß es.

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Die Süße fragte: "Was ist in der Natur schon eckig?"

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